Talfahrt gestoppt
Pressemeldung der IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen vom 14.10.2009.
Der Geschäftsklimaindikator steigt um knapp 22 Punkte auf einen Stand von 94 Zählern. Damit liegt er allerdings noch immer unterhalb der 100-Punkte-Marke, welche die psychologisch wichtige Grenze zwischen negativer und positiver Gesamtstimmung darstellt. So das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Industrie- und Handelskammern unter rund 8.500 Mitgliedsunternehmen.
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt in nahezu allen Bereichen positiver aus als noch im Frühsommer: Der Lageindikator steigt von minus 22 auf minus acht Zähler. Das Stimmungsbild bei den Unternehmen ist aber besonders von steigenden Erwartungen über den Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten geprägt: Nahezu 23 Prozent der Unternehmen erwarten einen günstigeren Geschäftsverlauf.
In der Industrie erhöht sich der Geschäftsklimaindex, ausgehend von einem niedrigen Niveau, besonders dynamisch und legt gegenüber der Vorumfrage um rund 27 Zähler zu. Beinahe jedes vierte Unternehmen geht von einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten aus – zu Jahresbeginn waren es lediglich knapp neun Prozent. Insbesondere die Hersteller von Metallerzeugnissen rechnen für die Zukunft mit einer deutlichen Verbesserung des Geschäfts: 31 Prozent gehen von einer besseren Entwicklung aus. Der in Hessen besonders starke Pharmabereich beweist auch in der Krise Konstanz: Etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen bewertet die aktuelle Geschäftslage als „gut“.
Auch die Verkehrswirtschaft klettert aus dem krisenbedingten Stimmungstief: Aktuell verbessert sich der Klimaindex, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau, im Vergleich zur Vorumfrage deutlich um knapp 28 Zähler und liegt nun bei nahezu 86 Punkten. Bei den konsumnahen Branchen, wie dem Gastgewerbe und dem Handel steigt das Geschäftsklima hingegen nur moderat. Im Gastgewerbe wird die aktuelle Lage sogar abermals schlechter eingeschätzt als noch in der Vorumfrage. Und auch bei den Finanzdienstleistern sowie den Personenbezogenen Dienstleistern fällt der Anstieg des Geschäftsklimas im regionalen Vergleich eher gering aus.
Knapp 50 Prozent des hessischen Industrieumsatzes werden im Export erzielt, dementsprechend hart sind die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Die hessische Exportwirtschaft blickt aktuell jedoch wieder optimistischer auf den Verlauf der kommenden zwölf Monate: Ein Fünftel der Unternehmen rechnet mit steigenden Exporten, in der Vorumfrage erwartete dies nur jedes Zehnte. Der Exportindikator verbessert sich im Vergleich zur Umfrage im Frühsommer um außergewöhnliche 38 Punkte auf einen Stand von drei Punkten. Somit erreicht er erstmals seit Ende 2008 wieder den positiven Bereich.
Die Unternehmen in Hessen planen in den kommenden Monaten wieder mehr zu investieren: Der Investitionsindikator steigt um rund 20 Punkte auf minus 15 Zähler. Primär sind Investitionen in Ersatzbedarf, Rationalisierung aber auch in Produktinnovationen vorgesehen.
Eine generelle Kreditklemme in Hessen ist derzeit nicht zu erkennen: Lediglich knapp drei Prozent der Unternehmen berichten aktuell von abgelehnten oder nicht verlängerten Krediten. Besonders betroffen sind Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten. Jedoch haben sich bei nahezu jedem dritten Unternehmen die Kreditkonditionen verschlechtert. Hauptsächlich ist dies auf gestiegene Zinsen und Dokumentationspflichten sowie zunehmende Anforderungen bei den Sicherheiten zurück zu führen. In erster Linie ist dies bei Investitions- und Betriebsmittelkrediten der Fall.
Die Beschäftigungsplanungen der hessischen Unternehmen haben sich gegenüber der Umfrage im Frühsommer moderat verbessert. Planten im Frühsommer rund 68 Prozent der Unternehmen ihren Personalbestand konstant zu halten oder gar auszubauen, so sind es aktuell bereits knapp 78 Prozent. In den Größenklassen mit 200 bis 1000 Beschäftigten hat sich der Beschäftigungsindikator am deutlichsten verbessert.











