Große Unterschiede bei den Wassergebühren zwischen hessischen Kommunen

Pressemeldung der IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen vom 25.02.2010.

25.02.2010: Dass Wasser nicht gleich Wasser ist, wissen all jene Unternehmen, die hohe Rechnungen ihres örtlichen Versorgers erhalten. „Für wettbewerbsstarke Standorte in Hessen brauchen wir realistische Preise und Gebühren für Frisch- und Abwasser. Um die nötige Transparenz zu den Wasserkosten und eine mögliche Absenkung der Preise und Gebühren zu erreichen, haben die hessischen IHKs einen landesweiten Vergleich erstellt“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern.

Die Studie zeigt gewaltige Unterschiede zwischen den Standorten auf. Die Kosten für Frischwasser variieren von der günstigsten zur teuersten Kommune um fast 500 Prozent, die Kosten für Abwasser sogar um mehr als 700 Prozent. „Die Gebühren für Frischwasser und Abwasser müssen auf den Prüfstand. Eine Spreizung der Kosten in diesem Ausmaß ist für die hessischen Unternehmen inakzeptabel“, sagte Gräßle.

Burghard Loewe, Federführer Umwelt der hessischen IHKs, nannte als mögliche Schritte zur Senkung der Gebühren eine verstärkte interkommunale Kooperationen und die vermehrte Einführung von Verbundsystemen. Einsparungen durch gemeinsame Wasserförderung bzw. Entsorgung von Abwasser könnten an Bürger und Unternehmen weitergegeben werden.

Die Studie der hessischen IHKs zeigt die Preise und Gebühren für Wasser, Abwasser und versiegelte Flächen in 426 hessischen Städten und Gemeinden per Anfang 2009 auf.sten ab, die teuerste Kommune ist dabei Modautal II. Eine Spedition, die üblicherweise einen geringen Wasserverbrauch hat, aber eine große versiegelte Fläche in Anspruch nimmt, zahlt in Bad Salzschlirf am wenigsten, in Witzenhausen am meisten. Galvanikunternehmen, die einen sehr hohen Wasserverbrauch haben, zahlen in Einhausen die geringsten Gebühren, in Modautal II hingegen die höchsten.

„Die Faktoren für Preisunterschiede müssen im Einzelnen analysiert werden; die Anforderungen an die Qualität des Frisch- und Abwassers sind jedenfalls aufgrund geltenden Rechts überall identisch. Zum Teil sind die Preisunterschiede durch geografische und hydrogeologische Gegebenheiten begründbar. Insgesamt zeigt die hohe Kostenvariabilität auch, dass mancherorts Optimierungspotenziale bestehen“, sagte Dr. Stefan Gäth, Professor am Lehrstuhl für Abfall- und Ressourcenmanagement bei der Justus-Liebig Universität, Gießen, der die Datenerhebung im Auftrag der hessischen IHKs durchgeführt hat.

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Weitere Informationen: Annett Munterer
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