Arbeitsmarkt erfüllt nicht den Bedarf hessischer Unternehmen

Wer suchet, der findet - das dem nicht immer so ist, stellen immer mehr Unternehmen fest, die Hochschulabsolventen einstellen wollen.

21.01.2011: Wer suchet, der findet − das dem nicht immer so ist, stellen immer mehr Unternehmen fest, die Hochschulabsolventen einstellen wollen. Während die hessischen Betriebe 2007 rund 65 Prozent ihrer vakanten Stellen mit akademischen Fachkräften besetzten konnten, waren es im Jahr 2010 nur noch 39 Prozent. Diese Ergebnisse entsprechen dem bundesweiten Trend. Sie gehen aus der hessischen und der deutschlandweiten Hochschulumfrage der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs und des DIHK hervor.

„Unternehmen in Hessen suchen vor allem zusätzliche Fachkräfte im Bereich der technischen Berufe. Absolventen mit Bachelor- oder Masterabschlüssen sind dabei genauso gefragt wie Absolventen der dualen Berufsausbildung und der beruflichen Weiterbildung auf Meisterniveau", sagt Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern. Die Unternehmen hätten erkannt, dass sie bei der Fachkräftesicherung das Zepter selbst in die Hand nehmen müssten. „Der derzeitige Arbeitsmarkt kann den Fachkräftebedarf der Unternehmen nicht stillen. Daher ergreifen immer mehr Unternehmen Maßnahmen, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren", sagt Dr. Müller.  

Um künftig erfolgreicher bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs zu sein, will rund jedes zweite Unternehmen verstärkt auf Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung setzen. Die Möglichkeit, akademischen Nachwuchs über das duale Studium auszubilden und so an das Unternehmen zu binden, nutzen derzeit schon 30 Prozent der befragten Betriebe. Immerhin 20 Prozent der Unternehmen sehen in verbesserten Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.  

Die Unternehmensbefragung zeigt darüber hinaus, dass sich Betriebe eine stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis in der Hochschulausbildung wünschen. Rund 40 Prozent der Betriebe erwarten von den Bachelor- und Masterstudiengängen eine stärkere Anwendungsorientierung der Studieninhalte. Als weniger ausschlaggebend bei der Einstellung von Akademikern erachten Unternehmen dagegen Studienaufenthalte im Ausland und die Einhaltung der Regelstudienzeit.

Mehr Informationen zur Studie stehen im Web-Angebot der IHKs unter www.ihk-praktikumsportal.de
 

Weitere Informationen: Dr. Roland Lentz
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