Mobilitätsmasterplan für FrankfurtRheinMain vorgestellt

Eine funktionstüchtige Infrastruktur ist der Kern jeder Metropolregion. Damit FrankfurtRheinMain auch künftig mobil bleibt, haben die IHK Frankfurt am Main, das IHK-Forum Rhein-Main, die ivm GmbH und die Unternehmensberatung Geschka & Partner das Thema „Zukunft der Mobilität in FrankfurtRheinMain“ auf ihre Agenda gesetzt.

01.06.2011: Eine funktionstüchtige Infrastruktur ist der Kern jeder Metropolregion. Damit FrankfurtRheinMain auch künftig mobil bleibt, haben die IHK Frankfurt am Main, das IHK-Forum Rhein-Main, die ivm GmbH und die Unternehmensberatung Geschka & Partner das Thema „Zukunft der Mobilität in FrankfurtRheinMain“ auf ihre Agenda gesetzt. Im Zentrum der Veranstaltung am Montag stand der Mobilitätsmasterplan für die Region, der erstmals vorgestellt wurde und vielschichtige Handlungsempfehlungen gibt.

„Die Region steht vor großen Herausforderungen, die sich unter anderem mit den Stichworten demografischer Wandel, veränderte Versorge- und Nachfragestrukturen, Klimaschutz und steigende Rohstoffpreise beschreiben lassen“, sagte Michael G. König, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main, bei der Eröffnung der Veranstaltung. Verschärft würden die Probleme angesichts leerer öffentlicher Kassen, die zu Investitionsstaus führten.

Jürg Sparmann, Geschäftsführer der ivm GmbH, machte in der Präsentation des „Mobilitätsmasterplans FrankfurtRheinMain“ deutlich, dass die finanziellen Mittel zunächst für bestehende Infrastrukturen einzusetzen seien – am besten dort, wo die höchsten Effekte erzielt werden können. Bezogen auf den Ausbau von Straßen und Schienen sei jenen Projekten der Vorrang zu geben, die im Vergleich untereinander und bezogen auf die Kosten die größten Wirkungen auf die Mobilität haben. Dabei müssten die Einflüsse auf die Umwelt, das Klima und die Gesundheit der Bürger ebenso berücksichtigt werden wie die Faktoren Zuverlässigkeit und Verkehrssicherheit. Im Straßenausbau empfiehlt die Studie bis 2020 sieben Autobahnprojekte, zehn Bundes- und acht Landesstraßen. Darunter der Ausbau des Nordwestkreuzes der A5 auf acht Spuren sowie der Ausbau des Mainspitzdreiecks der A 60 auf sechs Fahrstreifen. Auf der Prioritätenliste, die sich auf das Straßennetz beschränkt, stehen auch die Ortsumgehungen Wöllstadt (B 3 / B 45) und Steinbach Weißkirchen (L 3006).

Der Studie zufolge belaufen sich die Kosten für die bereits geplanten vier größeren Straßenbauprojekte, darunter der bereits begonnene Lückenschluss der Autobahnen 66 und 661 mit dem Riederwaldtunnel, sowie 31 Ortsumgehungen, neun Ortsdurchfahrten und der Ausbau von 29 Strecken und zwölf Knotenpunkten auf rund eine Milliarde Euro. Der geplante Ausbau des Schienennetzes, zu dem von sechs Projekten die nordmainische S-Bahn sowie die Regionaltangente West zählen, haben ein Investitionsvolumen von 1,25 Milliarden Euro. „Angesichts dieses Investitionsbedarfs, den künftigen Entwicklungen der Region und knapper Kassen braucht FrankfurtRheinMain Handlungsempfehlungen für den Ausbau der Infrastruktur. Für die Region wird dieser Mobilitätsmasterplan daher richtungsweisend sein“, sagt Dr. Andreas Freundt, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Frankfurt am Main.  

Sparmann verwies auch darauf, dass eine mobile Region der Zukunft auf ein verändertes Mobilitätsverhalten angewiesen sei. Dies setze eine Bewusstseinsänderungen bei der Bevölkerung voraus und spiegelte sich beispielsweise wider in der Nutzung von Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt des eigenen Pkws.

Anhand verschiedener Szenarien skizzierte Martina Schwarz-Geschka, Partnerin und Senior Consultant bei Geschka & Partner Unternehmensberatung, die Entwicklung der Infrastruktur in FrankfurtRheinMain. Als übergeordnete Herausforderungen, die alle drei Szenarien gemeinsam haben, identifiziert die Studie „Zukunft der Mobilität 2030“ beispielsweise alternative Antriebsformen, die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und eine effiziente Gestaltung des Verkehrssystems.

Im Anschluss an die Impulsreferate diskutierten 80 Experten an sechs Thementischen die wichtigsten Zukunftsthemen für FrankfurtRheinMain rund um die Mobilitätsinfrastruktur. Dabei ging es unter anderem um die Fragen, welche Anforderungen an die Infrastruktur gestellt werden und wie sich diese künftig realisieren lassen. Die Ergebnisse der Thementische werden in den kommenden Wochen aufgearbeitet und im Internet der IHK Frankfurt publiziert.

 

Die Studie "Zukunft der Mobilität 2030"steht im Internet unter www.ifmo.de zum Download bereit. Der Mobilitätsmasterplan wird in den nächsten Tagen auf der Webseite www.ivm-rheinmain.de zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen: Annett Fleischfresser
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