Berufsorientierung im neuen Schulgesetz verankert

Ein Gesetz, das auf die Anforderungen der Wirtschaft reagiert - so beurteilt die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen IHKs das neue Schulgesetz, das heute im Landtag verabschiedet wurde.

08.06.2011: Ein Gesetz, das auf die Anforderungen der Wirtschaft reagiert - so beurteilt die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen IHKs das neue Schulgesetz, das heute im Landtag verabschiedet wurde. Denn erstmals ist im Gesetz die Berufsorientierung für Schüler verankert. Mit diesem Ergebnis sehen sich die hessischen IHKs in ihrer Beratungsleistung gegenüber der Landesregierung bestätigt: „Bei der Expertenanhörung im Hessischen Landtag haben die Vertreter der Wirtschaft deutlich gemacht, dass die Berufsorientierung im Gesetz verankert werden muss", erklärt Hanna Kind, Schulexpertin der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs.

„Schüler müssen ein Recht auf Berufsorientierung haben. Dieser Bildungsauftrag wird künftig dafür sorgen, dass Schüler in Hessen besser auf die Zeit nach der Schule vorbereitet werden, zum Beispiel auf eine berufliche Ausbildung oder ein Studium." Kind betont zudem, dass die Landesregierung mit dieser Weichenstellung nicht nur den Bedürfnissen der Schüler, sondern auch den Ansprüchen der Wirtschaft gerecht werde. „Die Wirtschaft in Hessen boomt. Zugleich suchen die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich mehr als 220.000 Fachkräfte in Hessen. Wettbewerbsfähige Betriebe müssen daher auf Schulabgänger zurückgreifen können, die ausbildungsfähig sind", unterstreicht Kind.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels üben die hessischen IHKs allerdings auch Kritik an der Schulgesetzgebung. „Wir vermissen einen klaren Kurs hinsichtlich des Abbaus des Übergangssystems an beruflichen Schulen. Jeder fünfte hessische Schüler landet nach seinem Abschluss in der Sekundarstufe I in einem solchen Übergangssystem, etwa im Berufsvorbereitungsjahr. Jährlich sind es rund 23.000 Schüler, die somit keine berufliche Perspektive haben", sagt die IHK-Schulexpertin. „Die hessischen Schüler wären besser in einer beruflichen Ausbildung in einem Unternehmen aufgehoben als in einer Warteschleife, die bei den meisten Schülern zu Frustration statt zu einem Einstieg in den Beruf führt."

Weitere Informationen: Annett Fleischfresser
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