Hessens Wirtschaft läuft rund

IHK-Geschäftsklimaindikator für Hessen steigt zum Frühsommer auf 121 Zähler.

22.05.2012: „Die Stimmung der Unternehmen in Hessen steigt; die Wachstumsdelle zu Jahresbeginn hat die Wirtschaft in der Region überwunden“, kommentiert Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, die Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern unter rund 8.500 Mitgliedsunternehmen. „Die noch immer gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und steigende Löhne schieben den privaten Konsum und damit auch die Konjunktur weiter an. Sicherer Hafen der Wirtschaftskraft in der Region wird auch in den kommenden Monaten die Inlandsnachfrage sein“, so Dr. Müller weiter.

Geschäftsklima/Lage/Erwartungen. Der IHK-Geschäftsklimaindex liegt aktuell bei 121 Punkten (ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung). Dies ist ein Anstieg von vier Zählern gegenüber der Vorumfrage. Hier zeigt sich die weiterhin gute Geschäftslage und die steigende Zuversicht der Unternehmen in Hessen.

Aktuell sehen sich 90 Prozent der Unternehmen in einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. Die Lageeinschätzungen bewegen sich damit auf dem sehr guten Niveau der Vorumfrage. Hingegen sind die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate seit der Vorumfrage sogar weiter gestiegen.

Die Unternehmen blicken deutlich optimistischer in den weiteren Jahresverlauf. 25 Prozent der Betriebe erwarten bessere Geschäfte, in der Vorumfrage lag dieser Anteil bei 19 Prozent. Mit schlechteren Entwicklungen rechnen momentan nur noch 14 Prozent, zu Jahresbeginn gingen 18 Prozent der Unternehmen noch von einer Verschlechterung aus.

Exporte. Trotz unsicherer Aussichten bei wichtigen Handelspartnern in Europa, bleiben die positiven Exporterwartungen der regionalen Wirtschaft ungebrochen. So rechnen 28 Prozent der Exportbranche für die kommenden Monate mit zunehmenden Ausfuhrzahlen – ein ähnlich guter Wert wie auch zu Jahresbeginn. Zwei Drittel der Betriebe gehen von gleichbleibenden Exportzahlen aus.

Der positive Blick in die Zukunft ist insbesondere durch die dynamische Entwicklung in den Schwellenländern geprägt. Der schwache Euro ist ebenfalls Rückenwind für die exportorientierten Branchen. Begünstigt werden dadurch Exporte in den Dollarraum und in asiatische Länder, deren Währungen oft eng an den Dollar gekoppelt sind.

Trotz aller Zuversicht ist die Schuldenkrise in Europa weiterhin eine Belastung für den Export. Die Konjunktur in unseren europäischen Nachbarländern steht, auch durch die jüngsten politischen Entwicklungen, vor einer Härteprobe. Und die Eurozone ist nach wie vor unser wichtigster Abnehmer.

Investitionen. Die hessische Wirtschaft will wieder mehr investieren als noch zu Jahresbeginn. Gestützt durch das aktuell günstige Finanzierungsumfeld und die zuversichtlichen Geschäftserwartungen kehrt die Investitionsbereitschaft bei den Unternehmen zurück. Ein Viertel der Betriebe in Hessen planen, hierfür wieder mehr Geld in die Hand zu nehmen - ganz besonders die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten, das Gastgewerbe sowie die Finanz- und Versicherungswirtschaft. Dass die Finanzierung zum Hemmschuh für den weiteren Geschäftsverlauf werden könnte, befürchten aktuell 15 Prozent der Unternehmen, zu Jahresbeginn sorgten sich 18 Prozent darum.

Beschäftigte. Der hessische Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin sehr gut. Die Wirtschaft in Hessen wird auch weiterhin Stellen aufbauen. So berichtet jedes fünfte Unternehmen von Plänen, mehr Mitarbeiter einzustellen.

So positiv diese Entwicklungen sind, immer drängender wird für die Unternehmen in der Region dadurch die Frage, wie geeignete Fachkräfte zu finden sind. Und die Situation verschärft sich weiter. Aktuell berichtet uns schon jedes dritte Unternehmen in Hessen, dass es im Fachkräftemangel ein entscheidendes Hindernis für ihren weiteren Geschäftsverlauf sieht. Vor zwei Jahren machte sich nur jedes vierte Unternehmen Sorgen um den Fachkräftemangel. Und auch in ihrem aktuellen Geschäftsalltag spüren die Unternehmen, dass der Wettlauf um die besten Fachkräfte begonnen hat: 40 Prozent haben schon jetzt Probleme, ihre offenen Stellen adäquat zu besetzen.

Der aktuelle IHK-Fachkräftemonitor für Hessen unterstreicht dieses Bild zusätzlich: So fehlen in ganz Hessen alleine in diesem Jahr mehr als 150.000 Fachkräfte. Insbesondere qualifizierte Fachkräfte mit einer Berufsausbildung werden knapp. „Blicken wir nur auf die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), so wird hier die Brisanz des Themas nochmals deutlich: Den hessischen Unternehmen fehlen in diesem Bereich mehr als 40.000 qualifizierte Fachkräfte“, betont Dr. Müller. In den Gesundheits- und Pflegeberufen werden über 30.000 Fachkräfte gebraucht. Auch in anderen Berufen wie unter den Kaufleuten, Fach- und Betriebswirten und bei den Ingenieuren reicht das Angebot an Fachkräften nicht aus. „Die Rezepte, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sind nicht neu, sie müssen aber konsequent umgesetzt und weiterentwickelt werden. Im Grunde basiert der Erfolg auf vier Säulen: ausbildungsreife Schulabgänger, bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, qualifizierte Zuwanderung und eine bessere Willkommenskultur sowie Beschäftigung Älterer“, unterstreicht Dr. Mathias Müller.

Branchen. Bei nahezu allen Unternehmen in Hessen hat die Stimmung seit Jahresbeginn nochmal zugelegt. Im Branchenschnitt ist die Stimmung bei den Dienstleistern momentan mit am besten. Das Geschäftsklima der für Hessen wichtigen Dienstleistungsunternehmen ist auch im zweiten Quartal leicht weitergestiegen. Besonders die Unternehmensbezogenen Dienstleister sind guter Dinge, hierin spiegelt sich die gute Lage bei den hiesigen Unternehmen. Durch die anhaltend starke Industriekonjunktur werden die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Branche weiter angetrieben. Die Branche möchte im weiteren Jahresverlauf weiter Stellen aufbauen. Der geplante Stellenausbau kann jedoch nicht ohne Weiteres gelingen, denn bereits jetzt fehlen den Dienstleistern in Hessen mehr als 100.000 qualifizierte Fachkräfte. Das kann schnell zur Wachstumsbremse werden.

Die hessischen Industrieunternehmen legen nochmal eine Schippe drauf, die Stimmung steigt weiter an. Hier machen sich die gestiegenen Auftragseingänge aus dem In- und Ausland bemerkbar. Besonders in den für Hessen wichtigen Industriebranchen, wie der chemischen und pharmazeutischen Industrie, herrscht ein überdurchschnittlich gutes Geschäftsklima. Von diesen Entwicklungen profitiert auch die Verkehrswirtschaft. Denn bei zunehmender Güterproduktion müssen auch vermehrt Güter transportiert werden.

Besonders dynamisch ist der Stimmungsanstieg im Einzelhandel, bei den Großhändlern, bei den Vorleistungsgüterproduzenten, aber auch im Finanz- / Kredit- und Versicherungsgewerbe zu spüren. Auch die Stimmung im Baugewerbe hebt sich. Die Branche rechnet aufgrund der nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen mit weiteren Aufträgen im Wirtschafts- und Wohnungsbau. Lediglich die Stimmung im Gastgewerbe hat sich leicht abgekühlt. Trotzdem ist die Branche noch gut aufgestellt. Besonders der Blick in die Zukunft fällt, wahrscheinlich auch mit Blick auf die Fußball-EM und Olympia, positiver aus.

Der Konjunkturbericht für Frühsommer 2012 steht zum Download bereit unter http://www.ihk-hessen.de/aktuell/11903/index.html

Weitere Informationen: Annett Fleischfresser
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