In Hessen fehlen dieses Jahr mehr als 150.000 Fachkräfte

Gut ausgebildete Fachkräfte sind heiß begehrt. Denn hessenweit fehlen allein in diesem Jahr mehr als 150.000. Dies ist das Ergebnis des aktualisierten IHK-Fachkräftemonitors, der seit heute mit den neuesten Zahlen online zur Verfügung steht.

15.05.2012: Gut ausgebildete Fachkräfte sind heiß begehrt. Denn hessenweit fehlen allein in diesem Jahr mehr als 150.000. Dies ist das Ergebnis des aktualisierten IHK-Fachkräftemonitors, der seit heute mit den neuesten Zahlen online zur Verfügung steht. „Die Personalsuche wird ein immer größeres Problem für hessische Unternehmen. Bereits heute berichten uns rund 40 Prozent aller Betriebe von Problemen bei der Besetzung offener Stellen“, sagt Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern.

Für die verschiedenen Berufe zeigt der IHK-Fachkräftemonitor: Insbesondere qualifizierte Fachkräfte mit einer Berufsausbildung werden knapp. In den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) fehlen den hessischen Unternehmen mehr als 40.000 qualifizierte Fachkräfte. Aber auch Fach- und Betriebswirte, spezialisierte Kaufleute sowie Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegebereich werden gesucht. Bei den Akademikern fehlen nahezu 10.000 Ingenieure, aber auch Wirtschaftswissenschaftler in der Unternehmensberatung und Unternehmensführung sind rar.

Nach Branchen betrachtet, ist insbesondere die Dienstleitungsbranche vom Fachkräftemangel betroffen. Mehr als 100.000 qualifizierte Fachkräfte fehlen, davon rund 30.000 in den beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleitungsunternehmen. Aber auch im Gastgewerbe und im Einzelhandel zeigt der IHK-Fachkräftemonitor, dass jeweils rund 10.000 qualifizierte Fachkräfte fehlen.

„Der Fachkräftemangel darf nicht zum Hemmschuh der wirtschaftlichen Entwicklung Hessens werden. Wir brauchen mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine bessere Bildung der Schulabgänger, und wir brauchen auch mehr Zuwanderung“, fordert Dr. Müller.

Der IHK-Fachkräftemonitor wurde von den Industrie- und Handelskammern in Kooperation mit der WifOR GmbH an der TU Darmstadt aktualisiert und mit neuen Funktionen noch benutzerfreundlicher gemacht. Der neue IHK-Fachkräftemonitor steht unter www.fachkraefte-hessen.de kostenlos zur Verfügung.

Regionalteil für den IHK-Bezirk Frankfurt am Main:
Im Bezirk der IHK Frankfurt am Main werden mehr als 80.000 Fachkräfte in diesem Jahr fehlen. Insbesondere im Dienstleistungssektor wird es immer schwieriger, offene Stellen adäquat zu besetzen. „Die regionale Wirtschaft reagiert bereits auf den Fachkräftemangel“, sagt Dr. Müller, der auch Präsident der IHK Frankfurt am Main ist. Im laufenden Ausbildungsjahr wurden im Bezirk der IHK Frankfurt am Main rund drei Prozent mehr Ausbildungsverträge geschlossen. Außerdem übernehmen die Betriebe verstärkt ihre Auszubildenden.

Um die Rahmenbedingungen zur Bewältigung der Fachkräftelücke zu verbessern, unterstützt die IHK die Fachkräftekommission der hessischen Landesregierung. „Jetzt ist die Zeit zu handeln. Die Regionen, die sich zielgerichtet auf den demografischen Wandel vorbereiten, werden die Gewinner im Wettbewerb um die besten Fachkräfte sein. Und dafür hat FrankfurtRheinMain die besten Voraussetzungen“, betont Dr. Mathias Müller.

Regionalteil für den IHK-Bezirk Offenbach:
Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt, dass es in der Stadt und im Kreis Offenbach bis zum Jahr 2015 zu einem jährlichen Fachkräftemangel von über 1.100 Akademikern kommen könnte. Besonders gesucht sind Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker und Ingenieure. Der nicht-akademische Mangel an technisch qualifizierten Fachkräften ist jedoch wesentlich gravierender. Bis zum Jahr 2015 könnten in Offenbach 3.100 technische Fachkräfte jährlich fehlen. Das Angebot an Fachkräften in kaufmännischen Berufen wird die Nachfrage in den kommenden vier Jahren nicht vollständig decken. Der größte durchschnittliche relative Mangel an kaufmännischen Fachkräften wird von 2012 bis 2015 in den Einkaufs- und Vertriebsberufen beziehungsweise im Rechnungswesen bestehen, außerdem bei den technischen Fachkräften im Bereich der Mechatronik beziehungsweise in Bauplanungs- und Architekturberufen und bei den Helferberufen im Bereich der Erziehungsberufe sowie der Feinwerk- und Werkzeugtechnik. Insgesamt zeichnet sich ab, dass im Jahr 2015 voraussichtlich über 5.000 und im Jahr 2025 über 11.000 Fachkräfte fehlen werden.
Der bevorstehende Fachkräftemangel, insbesondere in den nicht-akademischen Berufen, stellt die Betriebe in Stadt und Kreis Offenbach vor große Herausforderungen.

Regionalteil für den IHK-Bezirk Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern:
Am Fachkräftemonitoring beteiligt sich auch die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Die Schere zwischen dem Angebot an Fachkräften und der von Unternehmen nachgefragten Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern öffnet sich auch im Main-Kinzig-Kreis immer weiter. Für das laufende Jahr 2012 fehlen rund 8.000 Fachkräfte. Dies gilt für ungelernte Kräfte, für Akademiker, in besonderem Maße aber für qualifizierte Nichtakademiker im technischen und im kaufmännischen Bereich.

Schon in den nächsten drei Jahren wird sich der Mangel an Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Informatikern zeigen. Mit 6.500 fehlenden Fachkräften wird der Engpass signifikant bei nichtakademisch ausgebildeten Männern und Frauen im Gesundheitswesen, bei den unternehmensnahen Dienstleistungen sowie bei den technischen Forschungs- und Entwicklungsberufen, im naturwissenschaftlichen Bereich und bei Berufen in den Feldern der Materialherstellung und –verarbeitung. Das Fehlen von Beschäftigten mit mittleren und höheren technischen Qualifizierungen dürfte für die Unternehmen schon ab 2013 deutlich spürbar sein.

Für Hartwig Rohde, Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, beweist die regionale Auswertung des Fachkräftemonitors: „Wir müssen uns auf veränderte Zeiten einstellen. Es ist gut, wenn die Unternehmen wissen, was auf sie zukommt. Sie werden ihrer Personalgewinnung in Zukunft noch höheres Gewicht beimessen als sie es bereits heute tun.“

Weitere Informationen: Annett Fleischfresser
Pressemeldungen
08.01.2018 Gewerbesteuerliche Belastungen für die Reise- und Touristikbranche
„Urlaubssteuer“ - nein danke!

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) unterstützt das Anliegen der Reiseverbände in Deutschland, die Praxis der Hinzurechnung von Hotelleistungen für Reise- und Tourismusunternehmen bei der Gewerbesteuer („Urlaubssteuer“) nachhaltig zu ändern.

18.12.2017 „eHighway“–Teststrecke auf A5 zwischen Mörfelden und Weiterstadt
Konsequenter Schritt bei Umsetzung der hessischen Mobilitätsstrategie

Der hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) begrüßt die Vorstellung des von Hessen Mobil geleiteten Verbundprojekts „ELISA“ - Elektrifizierter, innovativer Schwerlastverkehr auf Autobahnen.

alle Meldungen

DIHK-Thema der Woche
09.11.2017:
Positive Entwicklung bei Steuereinnahmen für Steuerreform nutzen Lesen Sie hier mehr
IHK-Kontakt

Bitte wählen Sie eine IHK in Ihrer Nähe.
Die Service Center unserer hessischen IHKs stehen Ihnen gerne zur Verfügung


IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
Tel.: +49 6151 871-0
www.darmstadt.ihk.de

IHK Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 2197-0
www.frankfurt-main.ihk.de

IHK Fulda
Tel.: +49 661 284-0
www.ihk-fulda.de

IHK Gießen-Friedberg
Tel.: +49 641 7954-0
www.giessen-friedberg.ihk.de

IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern
Tel.: +49 6181 9290-0
www.hanau.ihk.de

IHK Kassel-Marburg
Tel.: +49 561 7891-0
www.ihk-kassel.de

IHK Lahn-Dill
Tel.: +49 2771 842-0
www.ihk-lahndill.de

IHK Limburg a. d. Lahn
Tel.: +49 6431 210-0
www.ihk-limburg.de

IHK Offenbach am Main
Tel.: +49 69 8207-0
www.offenbach.ihk.de

IHK Wiesbaden
Tel.: +49 611 1500-0
www.ihk-wiesbaden.de


Büro des Hessischen Industrie- und Handelskammertages
c/o IHK Lahn-Dill
Am Nebelsberg 1
35685 Dillenburg

Tel.: +49 2771 842-1100
Fax: +49 2771 842-1190

info@ihk-hessen.de