Hessische Wirtschaft: Euro-Krise dämpft Erwartungen

„Die Geschäftserwartungen der hessischen Unternehmen sinken wegen der Euro-Risiken deutlich. Erstmals seit drei Jahren überwiegt die Zahl der Unternehmen, die weniger zuversichtlich in die Zukunft blicken, die Zahl der Optimisten.

23.10.2012: „Die Geschäftserwartungen der hessischen Unternehmen sinken wegen der Euro-Risiken deutlich. Erstmals seit drei Jahren überwiegt die Zahl der Unternehmen, die weniger zuversichtlich in die Zukunft blicken, die Zahl der Optimisten. Inzwischen sieht fast jedes fünfte Unternehmen in der Auslandsnachfrage ein entscheidendes Risiko für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Neben dem Fachkräftemangel, den fast ein Drittel der Unternehmen als Hemmnis für die Zukunft nennen, bleibt damit die Lösung der Staatsschuldenkrise eine der wichtigsten politischen Herausforderungen.

Positiver sind die Aussichten für die Binnenkonjunktur, die von einem weiterhin stabilen Arbeitsmarkt gestützt wird. Die Unternehmen gehen auch weiterhin von einer positiven Entwicklung in den Schwellenländern und in den USA aus. Die hessische Wirtschaft setzt damit im kommenden Jahr insgesamt ihren Wachstumskurs fort, wenn auch nicht mehr mit dem zuletzt erwarteten Tempo“, kommentiert Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, die Konjunkturumfrage zum Herbst unter rund 8.500 Mitgliedsunternehmen. „Trotz aller Verunsicherung steht die Wirtschaft in Hessen auch weiterhin auf einem stabilen Fundament aus Exportstärke, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Die Unternehmen in der Region sind fit für die Zukunft und müssen in Ihrer Innovationsfähigkeit weiter unterstützt und gestärkt werden. Wir erwarten daher für 2013 immer noch ein Wachstum von gut einem Prozent in Hessen“, so Dr. Müller weiter.

Das IHK-Geschäftsklima für Hessen liegt aktuell bei 110 Punkten (ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung). Dies ist ein Rückgang von zwölf Zählern gegenüber der Vorumfrage. Fast jedes vierte Unternehmen geht in den kommenden Monaten von rückläufigen Geschäften aus. Im Frühsommer lag der Anteil bei nur 14 Prozent. Weniger Unternehmen als noch in der Vorumfrage sehen optimistisch in die Zukunft: Der Anteil sinkt von 25 auf 18 Prozent.

Die Beurteilung der momentanen Geschäftslage lässt hingegen nur leicht nach. Aktuell sehen sich 88 Prozent der Unternehmen in einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. Die Lageeinschätzungen bewegen sich damit nach wie vor auf einem guten Niveau.

Exporte. Die Nachfrage nach hessischen Produkten in den besonders von der Schuldenkrise betroffenen Nachbarländern sinkt. Die Absatzmöglichkeiten auf den internationalen Märkten werden etwas schwieriger: So sehen 19 Prozent der Unternehmen in der Auslandsnachfrage das entscheidende Risiko für ihre künftigen Geschäfte. Im Frühsommer lag der Anteil bei knapp 15 Prozent. 18 Prozent der Exportwirtschaft geht von sinkenden Exporten aus, 21 Prozent erwarten eine Zunahme des Exportvolumens im weiteren Jahresverlauf.

Investitionen. Die Unternehmen halten sich mehr und mehr mit Investitionen zurück. Während 20 Prozent der Unternehmen ihre Investitionsausgaben zurückfahren wollen, planen 19 Prozent die Investitionen auszuweiten. Hauptmotiv für die Investitionen ist momentan der Ersatzbedarf.

Beschäftigte. Aufgrund des knappen Arbeitskräfteangebots planen die Unternehmen mehrheitlich ihre Belegschaft konstant zu halten: 72 Prozent der hessischen Betriebe planen keine Veränderungen bei der Mitarbeiterzahl. Insbesondere die mittelständischen Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern halten an ihren Mitarbeitern fest. Der Anteil an Unternehmen, die mit mehr Personal planen, liegt bei 14 Prozent. Ebenso viele Betriebe wollen weniger einstellen. Damit dürfte im kommenden Jahr mit einer weiterhin stabilen Entwicklung des Arbeitsmarkts zu rechnen sein.

Fachkräftemangel. Die Unternehmen bekommen auch aktuell den zunehmenden Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Momentan können 28 Prozent der Unternehmen offene Stellen nicht adäquat besetzen. 30 Prozent der hessischen Betriebe sehen im Fachkräftemangel ein entscheidendes Risiko für den weiteren Verlauf ihrer Geschäfte. Als Folge fehlender Fachkräfte befürchten drei Viertel der Unternehmen eine Mehrbelastung ihrer Belegschaft, 41 Prozent der Unternehmen rechnen sogar mit Wachstumseinbußen. Die Unternehmen ergreifen bereits Maßnahmen, um diesem Problem entgegenzuwirken. Wichtig ist jedoch, dass Politik und Unternehmen bei diesem Thema an einem Strang ziehen. Die Wirtschaft kann diese Aufgabe nicht alleine bewältigen. Unterstützung wünschen sich die Unternehmen insbesondere durch eine bessere Ausbildungsreife der Schulabgänger (67 Prozent) sowie durch einen weiteren Ausbau der Betreuungsinfrastruktur (39 Prozent).

Branchen. Insbesondere die pessimistischere Stimmung der regionalen Industrieunternehmen drückt das Konjunkturbarometer. Das spüren die eng mit der Industrie verbundenen Branchen wie der Großhandel oder auch die Speditionen. Für die kommenden Monate rechnen noch 15 Prozent der Industrieunternehmen mit besseren Geschäften. Von einem schlechteren Verlauf gehen 25 Prozent aus.

Auch die binnenorientierten Branchen wie der Einzelhandel und das Gastgewerbe korrigieren ihre Erwartungen nach unten. Der Anteil an Unternehmen, die mit einem schlechteren Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten rechnen, steigt deutlich an. Die Lageeinschätzungen hingegen sind erfreulicher. Der nach wie vor robuste Arbeitsmarkt sorgt für stabile Konsumausgaben. Im Gastgewerbe hat sich die aktuelle Lage gegenüber der Vorumfrage sogar nochmals verbessert.

Im Baugewerbe fällt der Stimmungsrückgang am moderatesten aus. Das Geschäftsklima sinkt um lediglich drei Punkte auf 113 Zähler. Die momentane Geschäftslage bleibt auf dem guten Niveau der Vorumfrage. Nur fünf Prozent der Unternehmen sehen sich in einer schlechten Lage, hingegen berichten 37 Prozent von guten Geschäften. Die Branche profitiert von den aktuell niedrigen Zinsen und der Suche nach wertbeständigen Vermögensanlagen.

Weitere Informationen: Annett Fleischfresser
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