Jährlich fehlen rund 100.000 Fachkräfte in Hessen

„Neueste Prognosen des aktualisierten IHK-Fachkräftemonitors zeigen, dass Hes-sens Wirtschaft bis 2015 durchschnittlich rund 100.000 Fachkräfte pro Jahr fehlen. Eine Entwicklung die sich ab 2020, bedingt durch den demografischen Wandel, noch weiter verschärfen wird“, sagte Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeits-gemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, zu den Resultaten des IHK-Fachkräftemonitors.

26.02.2013: „Neueste Prognosen des aktualisierten IHK-Fachkräftemonitors zeigen, dass Hessens Wirtschaft bis 2015 durchschnittlich rund 100.000 Fachkräfte pro Jahr fehlen. Eine Entwicklung die sich ab 2020, bedingt durch den demografischen Wandel, noch weiter verschärfen wird“, sagte Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, zu den Resultaten des IHK-Fachkräftemonitors. Um den Fachkräftemangel wirksam zu begegnen, seien zahlreiche Maßnahmen notwendig, die auch im Abschlussbericht der Fachkräftekommission des Landes Hessen zusammengefasst sind. Dazu gehörten zum Beispiel die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Empfehlungen zum Rück- und Umbau des Übergangssystems Schule – Beruf. „Diese Maßnahmen sollten nun auch konsequent umgesetzt werden. Nicht nur zur Sicherung des akademischen Nachwuchses, sondern insbesondere auch im Bereich der beruflichen Qualifizierung. 90 Prozent der Fachkräftelücke betrifft nämlich Berufe, die eine Duale Ausbildung und kein Studium voraussetzen“, so Dr. Müller weiter.

Branchen: Die Datenaktualisierung des Fachkräftemonitors zeigt: Vom Fachkräftemangel sind zahlreiche Branchen betroffen. Rund ein Drittel der Unternehmen berichtet von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Insbesondere bei den beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungen fehlen qualifizierte Fachkräfte, beispielsweise für Tätigkeiten in der Verwaltung und Führung von Unternehmen – in diesen Branchen sind es bis 2015 mehr als 15.000 im Jahresdurchschnitt. Auch viele Unternehmen im produzierenden Gewerbe haben Probleme bei der Stellenbesetzung. Dort fehlen vor allem Elektroingenieure und Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaus.

Berufsgruppen: In nahezu sämtlichen Berufsgruppen übersteigt die Fachkräftenachfrage der Unternehmen das vorhandene Angebotspotenzial. Dies gilt insbesondere für Fachkräfte mit einer technischen oder auch kaufmännischen Berufsausbildung. Vor allem in den kaufmännisch geprägten Berufsgruppen, wie zum Beispiel bei den Fach- und Betriebswirten, ist bereits ab dem Jahr 2015 mit einem deutlichen Rückgang des Fachkräfteangebots zu rechnen: Bis 2030 werden rund 20 Prozent weniger Arbeitskräfte in diesen Berufen zur Verfügung stehen.

Hintergrund: Der IHK-Fachkräftemonitor ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Industrie- und Handelskammern und der WifOR GmbH. Basierend auf Konjunkturumfragen und Langfristprognosen werden Schätzungen für langfristiges Arbeitsangebot und -nachfrage vorgenommen. Die Ergebnisse werden differenziert nach Berufsgruppen, Branchen, Regionen und Qualifikationsniveau bis zum Jahr 2030 ausgewiesen. So ist eine differenzierte Analyse der Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Fachkräftepotenzial möglich. Der aktuelle IHK-Fachkräftemonitor steht unter www.fachkraefte-hessen.de kostenlos zur Verfügung.

Regionalteil IHK-Bezirk Frankfurt am Main:
Bis 2015 fehlen der Wirtschaft im IHK-Bezirk Frankfurt am Main – also der Stadt Frankfurt, dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis – durchschnittlich rund 70.000 Fachkräfte pro Jahr. Bis 2030 wird sich das Fachkräftepotenzial in der Region um insgesamt rund neun Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 verringern. Diese Ergebnisse des IHK-Fachkräftemonitors verdeutlichen, dass sich auch die Unternehmen im Kern der Metropolregion FrankfurtRheinMain nicht der allgemeinen demografischen Entwicklung entziehen können. Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main fehlen insbesondere Fachkräfte im Bereich der Unternehmensführung sowie Informatiker.

„Heutzutage denken Fachkräfte nicht mehr in lokalen Kategorien. Es zeigt sich, dass der regionale Wettbewerb um kluge Köpfe zunehmend härter wird. Die Akteure in der Metropolregion FrankfurtRheinMain müssen deshalb an einem Strang ziehen, um die Sichtbarkeit der Region zu erhöhen. Nur so werden wir von den besten Fachkräften als attraktiver Arbeits-, Wohn- und Freizeitstandort wahrgenommen“, so Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main.

Die wesentlichen Ergebnisse des IHK-Fachkräftemonitors sowie der IHK-Konjunkturumfrage sind erstmals im IHK-Fachkräftereport zusammengefasst.
Den IHK-Fachkräftereport 2013 können Sie kostenlos unter www.frankfurt-main.ihk.de abrufen.

Weitere Informationen: Annett Fleischfresser
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