Schlaglöcher auf dem Wachstumspfad

„Die wirtschaftliche Erholung in Hessen schreitet langsamer voran als er-hofft. Die schwelende Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa trägt mit dazu bei, dass sich die Geschäftslage der Unternehmen eintrübt“, sagt Prof. Ma-thias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, anlässlich der aktuellen Ergebnisse der Konjunktur-umfrage unter mehr als 8.600 Mitgliedsunternehmen in Hessen.

22.05.2013: „Die wirtschaftliche Erholung in Hessen schreitet langsamer voran als erhofft. Die schwelende Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa trägt mit dazu bei, dass sich die Geschäftslage der Unternehmen eintrübt“, sagt Prof. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, anlässlich der aktuellen Ergebnisse der Konjunkturumfrage unter mehr als 8.600 Mitgliedsunternehmen in Hessen.

Der Fall Zypern habe gezeigt, dass das europäische Krisenmanagement noch deutlich verbessert werden müsse. Auch die Vorboten des Wahlkampfs, wie z.B. die Diskussion über eine Vermögensabgabe, eine höhere Einkommenssteuer und eine Reform der Erbschaftssteuer, belasteten die Stimmung der Unternehmen. „42 Prozent der Betriebe in Hessen sehen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung“, betonte Prof. Müller. Ein Hoffnungsschimmer blieben die steigenden Erwartungen der Unternehmen. Diese setzten mehrheitlich auf bessere oder konstante Geschäfte in den kommenden Monaten. Damit der Funke überspringe und auch die Anzahl der Investitionsvorhaben wieder stiegen, müssten die Unternehmen weiterhin auf stabile Rahmenbedingungen setzen können. Prof. Müller unterstrich, dass Deutschland aktuell konjunkturelles Zugpferd in Europa sei. Dies dürfe jedoch nicht zu dem Schluss verleiten, es sei Spielraum für Mehrbelastungen vorhanden. „Das Gebot der Stunde lautet vielmehr: Haushaltskonsolidierung vor allem über die Ausgabenseite und eine weitere Verbesserung der Standortbedingungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in Hessen und in Deutschland. Sollten hier weitere Anstrengungen unterbleiben, gerät der Aufschwung in Gefahr“, so der Vorsitzende weiter.

„Der stabile Arbeitsmarkt in Hessen mit Rekordbeschäftigung sowie die Exportstärke und Innovationskraft der hessischen Unternehmen bieten alle Voraussetzungen, damit der Konjunkturmotor in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehmen kann. Die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger in Hessen, auf Bundes- und Europa-Ebene stehen nun in der Verantwortung und müssen ihren Teil dazu beitragen, damit sich dieses Potenzial entfalten kann. Unter diesen Voraussetzungen sollte ein BIP-Wachstum in Hessen von 0,7 Prozent in 2013 erreichbar sein“, sagte Prof. Müller.

Das IHK-Geschäftsklima für Hessen liegt aktuell bei 109 Punkten (ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung). Das ist ein Rückgang um vier Zähler gegenüber der Vorumfrage. Nur noch 31 Prozent der Unternehmen berichten von guten Geschäften (minus sieben Prozentpunkte). Trotzdem steigt der Anteil der Unternehmen, die in den kommenden Monaten bessere Geschäfte erwarten, auf 22 Prozent (plus zwei Prozentpunkte).

Exporte. Weiterhin rechnen 87 Prozent der Exporteure mit steigenden oder konstanten Ausfuhren in den nächsten Monaten. Die Stimmung unter den Exportunternehmen bleibt damit gut. Die stabile Konjunkturlage der Weltwirtschaft sorgt für steigende Ausfuhrerlöse bei den global ausgerichteten Exporteuren. Die Haushalts- und Schuldenkrise lässt die Ausfuhren in die Eurozone weiter zurückgehen.

Investitionen. 78 Prozent der Betriebe planen, ihre Investitionsausgaben zu erhöhen oder konstant zu halten. Eine leichte Abnahme um einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorumfrage. Die Investitionspläne bilden noch nicht die optimistischen Erwartungen der Unternehmen ab. Obwohl nur zehn Prozent der Unternehmen angeben, keine oder nur eine Finanzierung zu schlechten Konditionen zu erhalten, planen mehr als doppelt so viele mit sinkenden Investitionsbudgets. Nur 19 Prozent wollen mehr investieren.

Beschäftigte. Die zum Jahresbeginn eingeschlagene Seitwärtsbewegung des Arbeitsmarktes setzt sich fort. 85 Prozent der Unternehmen planen mit steigenden oder konstanten Mitarbeiterzahlen. 15 Prozent planen mit weniger Personal. Im Jahresverlauf ist mit einem leichten Aufbau von zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen vor allem im Dienstleistungsbereich zu rechnen.

Der Konjunkturbericht steht zum Download bereit unter http://www.frankfurt-main.ihk.de/standortpolitik/konjunktur_statistik/konjunktur/konjunkturbericht/hessen/index.html

Weitere Informationen: Dipl.-Geogr. Frank Achenbach
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