Mehr Berufsorientierung und Eigenverantwortung für hessische Schulen

In dieser Woche wird in Hessen viel über G8 und G9 diskutiert. Für die Wirtschaft stehen allerdings andere bildungspolitische Themen im Mittelpunkt

6.05.2014: In dieser Woche wird in Hessen viel über G8 und G9 diskutiert. Für die Wirtschaft stehen allerdings andere bildungspolitische Themen im Mittelpunkt. Der größte Handlungsbedarf für die hessische Bildungspolitik besteht nach Ansicht der hessischen Unternehmen in der Stärkung der Berufs- und Studienorientierung an den Schulen. Dies hat eine aktuelle hessenweite Umfrage der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) ergeben. Über die Hälfte der Unternehmen sehen demnach Schulen als wichtigen Akteur, um Jugendliche frühzeitig über mögliche Karrierewege zu informieren und damit spätere Ausbildungs- oder Studienabbrüche zu verhindern. Großen Handlungsbedarf sehen hessische Betriebe außerdem in der Förderung der Ausbildungsreife (47 Prozent) sowie in der Förderung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik: 42 Prozent).

In einer weiteren Frage sollten die Unternehmer sich in die Rolle des Kultusministers versetzen und Maßnahmen benennen, die sie kurzfristig umsetzen würden, um die verschiedenen bildungspolitischen Ziele zu erreichen. Die Mehrheit der Befragten gab an, sie würden die selbstständige Schule stärken. Selbstständige Schulen können zum Beispiel eigene Mittel verwalten und selbst Lehrer auswählen, womit der Wettbewerb zwischen den Schulen gefördert wird. Die befragten Unternehmer halten außerdem Maßnahmen der Personalauswahl und -bildung sowie das Lehrerstudium für bildungspolitisch wichtige Ansatzpunkte. Der von der hessischen Landesregierung geplante Bildungsgipfel mit allen Akteuren, die an Schulen beteiligt sind, findet bei den befragten Unternehmen ebenfalls großes Interesse.

Die IHK-Bildungsumfragen der hessischen Industrie- und Handelskammern finden anlassbezogen in unregelmäßigen Abständen statt, um ein Meinungsbild der hessischen Wirtschaft zu schul- und hochschulpolitischen Fragen zu erhalten.

Weitere Informationen: Julia Droege
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