IHK-Geschäftsklima Hessen: Erwartungen der Unternehmen gedämpft

Die Erwartungen für eine positive Entwicklung der Wirtschaft in Hessen sinken deutlich.

22.10.2014

 

„Die Erwartungen für eine positive Entwicklung der Wirtschaft in Hessen sinken deutlich. Im Herbst 2014 berichten zwar neun von zehn Unternehmen von guten oder befriedigenden Geschäften, aber nur noch jedes fünfte Unternehmen geht davon aus, dass die Geschäfte in den nächsten Monaten besser laufen als zuvor. Das Inlandsgeschäft und der stabile Arbeitsmarkt sorgen im Moment noch für eine gute Geschäftslage in Hessen. Aufgrund der zahlreichen geopolitischen Spannungen und dem enttäuschenden Reformtempo in Europa schrauben die Exporteure ihre Erwartungen jedoch spürbar runter“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, anlässlich der aktuellen Ergebnisse der Konjunkturumfrage unter mehr als 9.000 Mitgliedsunternehmen in Hessen.

 

Das Wachstumstempo der hessischen Wirtschaft, das sich noch zu Jahresbeginn abzeichnete, lässt im Jahresverlauf deutlich nach. „Aktuelle Meldungen aus Italien und Frankreich geben Anlass zur Sorge, dass Europa als Exportmotor mittelfristig ausfällt. Die Konflikte in Syrien und der Ukraine machen sich zwar nicht durch ihre Exportanteile maßgeblich in den Ausfuhrbilanzen bemerkbar. Dennoch steigt das allgemeine Risikoempfinden und die Unternehmen passen ihre Export- und Investitionserwartungen an“, so Prof. Dr. Müller weiter. Die hessischen Industrie- und Handelskammern reduzieren ihre Prognose zum BIP-Wachstum für 2014 daher nochmals auf 1,4 Prozent.

 

Die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Detail:

 

Das IHK-Geschäftsklima für Hessen sinkt um acht Zähler und liegt aktuell bei 116 Punkten (ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung). Der Anteil der Unternehmen, die von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage berichten, fällt leicht um einen Prozentpunkt auf 90 Prozent. Weniger Unternehmen als in der Vorumfrage erwarten in den nächsten Monaten bessere Geschäfte (minus acht Prozentpunkte), mit schlechteren Geschäften rechnen derweil 16 Prozent (plus fünf Prozentpunkte).

 

Beschäftigung. Die Beschäftigungssituation der Unternehmen in Hessen bleibt stabil. 14 Prozent (minus drei Prozentpunkte) der Unternehmen wollen zusätzliche Arbeitsplätze in den nächsten Monaten schaffen. Um einen Prozentpunkt steigt der Anteil der Unternehmen, die einen Personalabbau planen, auf nunmehr 13 Prozent an. Damit ist aber auch 2015 ein neuer Beschäftigungsrekord zu erwarten.

 

Investitionen. Die Investitionspläne in Hessen stabilisieren sich. 82 Prozent der Unternehmen planen in den nächsten Monaten mit steigenden oder konstanten Investitionsausgaben, das entspricht einem Minus von einem Prozent. Insbesondere das Gastgewerbe und die Personenbezogenen Dienstleister wollen mehr investieren als zuvor.

 

Exporte. Die Exporterwartungen trüben sich weiter ein. Der Anteil der Unternehmen, die abnehmende Ausfuhrerlöse erwarten, steigt um fünf Prozentpunkte auf zwölf Prozent. Der Anteil, der mit steigenden Ausfuhren kalkuliert, geht um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent zurück. Die Auslandsrisiken hinterlassen deutliche Spuren.

 

Branchen. Der IHK-Geschäftsklimaindikator steigt im Baugewerbe, im Gastgewerbe sowie bei den Personenbezogenen Dienstleistern an. In allen anderen Branchen sinkt der Index aufgrund der niedrigeren Erwartungen. Nur noch 84 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit besseren oder gleichbleibend guten Geschäften (Vorumfrage: 89 Prozent). Die Industrie berichtet derzeit noch von einer guten Geschäftslage, erwartet aber Rückschläge in den kommenden Monaten. Der Geschäftsklimaindex der Industrie fällt daher zum ersten Mal seit Herbst 2012 und zwar um zwölf Zähler auf 115 Punkte. Spitzenreiter beim Geschäftsklima sind die Personenbezogenen Dienstleister sowie weiterhin die Unternehmensbezogenen Dienstleister, mit 122 bzw. 125 Punkten.  Konstante 92 Prozent der Unternehmensbezogenen Dienstleister berichten von einer guten oder befriedigenden aktuellen Geschäftslage, bei den Unternehmen der Personenbezogenen Dienstleister sind es 89 Prozent (minus drei Prozentpunkte). Die Bauwirtschaft verzeichnet ein äußerst positives Geschäftsklima. Die ausbleibende Frühjahrsbelebung aufgrund des milden Winters und den dadurch vorgezogenen Aufträgen wurde nun durch eine umso bessere Stimmung in den letzten Monaten kompensiert: 46 Prozent berichten von guten Geschäften (plus zehn Prozentpunkte), nur noch sechs von schlechten (minus zehn Prozentpunkte). Der IHK-Geschäftsklimaindikator steigt daher um fünf Zähler auf 118 Punkte, auch wenn die Erwartungen mit Blick auf die kalte Jahreszeit verhaltener ausfallen: Optimisten und Pessimisten halten sich mit jeweils 15 Prozent die Waage. Auch im Gastgewerbe steigt der Geschäftsklimaindex um einen Punkt auf 115 Zähler an. Starke 40 Prozent berichten von guten Geschäften (plus drei Prozentpunkte), nur jedes zehnte Unternehmen von schlechten. Gut ein Fünftel der Unternehmen erwartet noch bessere Geschäfte (minus vier Prozentpunkte) in den kommenden Monaten.

 

 

Weiterführende Informationen: Vollständiger Konjunkturbericht

 


 

 


 
 
 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 


 

 

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