Viele Unternehmen bleiben auf Lehrstellen sitzen

Viele hessische Unternehmen sind in diesem Jahr auf den angebotenen Lehrstellen sitzen geblieben. Die von der Arbeitsagentur verkündeten Zunahme an unbesetzten Stellen am Ausbildungsmarkt in Hessen auf 2138 (Vorjahr 2040) spiegelt nach Einschätzung der hessischen Industrie- und Handelskammern den seit einigen Jahren bestehenden Trend.

30.10.2014: Viele hessische Unternehmen sind in diesem Jahr auf den angebotenen Lehrstellen sitzen geblieben. Die von der Arbeitsagentur verkündeten Zunahme an unbesetzten Stellen am Ausbildungsmarkt in Hessen auf 2138 (Vorjahr 2040) spiegelt nach Einschätzung der hessischen Industrie- und Handelskammern den seit einigen Jahren bestehenden Trend. „Viele Unternehmen kämpfen mit dem Rückgang von Schulabgängern in Teilen Hessens, mit dem stark gestiegenen Interesse am Studium sowie mit einer hohen Zahl von nicht voll ausbildungsreifen Bewerbern“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE). „Vor zehn Jahren gab es weniger Lehrstellen-Angebote und mehr Schüler. Jetzt gibt es ein großes Angebot, aber weniger Interesse bei den Schulabgängern!"

Die Mitgliedsunternehmen der hessischen IHKs schlossen in diesem Jahr 850 und damit rund 3 Prozent weniger Ausbildungsverträge ab, als im vergangenen Jahr. Die 22.449 abgeschlossenen neuen Verträge in IHK-Berufen bedeuten einen Tiefstand in den letzten zehn Jahren. „Der Wettbewerb um geeignete Azubis hat sich in den vergangenen Jahren weiter verschärft“, sagte Gräßle.

Die hessischen IHK-Ausbildungsunternehmen haben daher die Anstrengungen zur Gewinnung von Bewerbern verstärkt. Einer Umfrage zufolge wollen 61 Prozent an Unternehmen Praktika anbieten, Studienabbrecher aufnehmen oder ihr Marketing ausweiten. Auch schwächeren Bewerbern gegenüber sind hessische IHK-Unternehmen offen: Ein Drittel der Unternehmen gibt ihren eigenen Azubis Nachhilfe, jedes vierte Unternehmen nutzt die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Arbeitsagentur. Darüber hinaus wäre jedes fünfte Unternehmen bereit, auch schwächeren Bewerbern ohne öffentliche Förderung eine Chance zu geben.

Bewerbern, die zu diesem Zeitpunkt des Jahres noch auf der Suche sind, empfiehlt die IHK-Arbeitsgemeinschaft einen Blick in die IHK-Lehrstellenbörse im Internet und den engen Kontakt mit der Arbeitsagentur. Denn noch bis Dezember können Ausbildungsverträge abgeschlossen werden.

Weitere Informationen: Anne Waldeck
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