Wärme hat noch größeres Energiespar-Potenzial

In der Wärme-Erzeugung steckt noch viel mehr Potenzial zum Energie-Sparen als beim Strom. Darauf haben die hessischen Industrie- und Handelskammern hingewiesen. „Beim Endenergieverbrauch ist die Prozess- und Raumwärme mit über fünfzig Prozent dabei. In diesem Segment müssen noch größere Anstrengungen unternommen werden, um die politischen Ziele der Energiewende zu erreichen“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE), bei der Vorstellung eines neuen Energie-Spar-Ratgebers „Wärme in Hessen“. „Der Wärmemarkt ist der schlafende Riese der Energiewende. Dort liegt ein großes Potenzial zur Energieeinsparung und Energieeffizienz, das wir erschließen sollten.“

26.02.2015: In der Wärme-Erzeugung steckt noch viel mehr Potenzial zum Energie-Sparen als beim Strom. Darauf haben die hessischen Industrie- und Handelskammern hingewiesen. „Beim Endenergieverbrauch ist die Prozess- und Raumwärme mit über fünfzig Prozent dabei. In diesem Segment müssen noch größere Anstrengungen unternommen werden, um die politischen Ziele der Energiewende zu erreichen“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE), bei der Vorstellung eines neuen Energie-Spar-Ratgebers „Wärme in Hessen“. „Der Wärmemarkt ist der schlafende Riese der Energiewende. Dort liegt ein großes Potenzial zur Energieeinsparung und Energieeffizienz, das wir erschließen sollten.“

In nahezu jedem Keller in Deutschland steht eine Wärmeerzeugungsanlage. „Nur 29 Prozent der Heizungs-Anlagen in Deutschland sind hinsichtlich der Energie-Effizienz auf dem neuesten Stand der Technik“, sagte Burghard Loewe, ARGE-Federführer Energie und Umwelt.  Zudem würden nur in 17 Prozent der Fälle erneuerbare Energien in der Wärmeerzeugung einbezogen. „Es besteht somit ein erhebliches Optimierungspotenzial hinsichtlich einer effizienten Wärmeerzeugung.“

Daher haben die hessischen Industrie- und Handelskammern in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft in München ein Faktenbuch entwickelt, um den Unternehmen einen Überblick über die neuesten Wärmeerzeugungstechnologien zu geben. In dem Ratgeber werden auch Möglichkeiten der Wärmerückgewinnung sowie die alternative Kälteerzeugung durch Wärme und die Förderprogramme von Bund und Land für den Einsatz von        erneuerbaren Energien oder Energieeffizienzmaßnahmen für die Industrie aufgezeigt.

Kritisch äußerten sich die IHKs zum Scheitern der Politik bei der Förderung der Gebäudedämmung. Bund und Länder streiten seit Jahren über die Förderinstrumente für die wärmesparende Gebäudesanierung. Große Minderungspotenziale an CO2 in der zentralen und dezentralen Wärmeerzeugung liegen daher weiterhin brach.

Loewe zeigte sich überzeugt, dass sich im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen in Unternehmen bezahlbare Lösungen mit akzeptablen Amortisationszeiten finden lassen. „Wer die Betriebe in der mittelständischen Wirtschaft kennt, weiß, dass Wärme oft nicht ausreichend effizient genutzt wird.“ Mit einem Wärmetauscher ist es nicht immer getan. Die Nutzung oder Rückgewinnung der Wärme aus dem Produktionsprozess ist oft technologisch kompliziert und sehr unternehmensspezifisch. „Es ist notwendig, noch mehr Energiekompetenz  in die Unternehmen zu bringen und Kümmerer zu haben, die die Zusammenhänge verstehen und entsprechende Projekte aufsetzen können.“ Die hessischen Industrie- und Handelskammer haben dies schon vor vielen Jahren erkannt und unterbreiten den Mitarbeitern der Unternehmen Schulungs-Angebote, um sich notwendiges Spezialwissen anzueignen, etwa mit dem Lehrgang Energiemanager.

Der Ratgeber „Wärme in Hessen“ ist ein Teil des Aktionsprogramms, das die IHK-Organisation und das Bundeswirtschaftsministerium aufgesetzt haben mit dem Ziel, in den nächsten Jahren überall Netzwerke zwischen den Unternehmen zum Thema Energieeffizienz zu schaffen. „Wir wollen in Kürze ein hessenweites Energieeffizienznetzwerk gründen“, sagte Loewe. „Dazu sollen im Rahmen einer Selbstverpflichtung verbindliche Festlegungen der Unternehmen gehören, mit Zeitplänen und dem Umfang der eingesparten Energie."

„Wichtig ist, dass Maßnahmen zur Energieeinsparung beim Wärmeverbrauch grundsätzlich freiwillig bleiben“, sagte Loewe. Anreize im Wärmemarkt müssten technologieneutral sein und sich grundsätzlich an den geringsten CO2-Vermeidungskosten orientieren. Auch Kraftwärmekopplung (KWK) könne einen wichtigen Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen auch im Wärmemarkt leisten. „Insofern appellieren wir an die Politik in Berlin, aber auch in Wiesbaden, die Belastung der Eigenerzeugung mit EEG-Umlage rückgängig zu machen.“ Zudem sollte eine Freistellung von der Stromsteuer für Anlagen über 2 Megawatt Neubauten anreizen und die Leistungsbeschränkung der Förderung von Nachrüstungen sollte aufgehoben werden. „Für die Unternehmen gibt es viel zu tun, aber auch die Politik muss ihre Hausaufgaben machen, um ihre Ziele mit den richtigen Maßnahmen zu flankieren.“

Mit dem Ratgeber „Wärme in Hessen“ setzen die hessischen IHKs den Schwerpunkt auf einen bisher vernachlässigten Aspekt der Energiewende. Einsparungen und der Ausbau der erneuerbaren Energien im Bereich der Wärme lassen jedoch noch erheblich zu wünschen übrig, und das, obwohl allein in Hessen der Wärmebedarf Wirtschaft und Haushalte bei gut 40 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs liegt. Rechnet man den Verkehr heraus, liegt der Anteil der Wärme sogar bei mehr als drei Viertel des Endenergieverbrauchs.

„Die Erfahrung zahlreicher Energieeffizienz-Netzwerke hat gezeigt, dass durch einfache Maßnahmen, wie z.B. Anpassung der Regelung und durch das Dämmen von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen deutliche Einsparerfolge erzielt werden können", sagte Dr.-Ing. Serafin von Roon, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH und Leiter des Autorenteams des Ratgebers „Wärme in Hessen".

Den Ratgeber „Wärme in Hessen“ finden Sie unter:  www.ihk-hessen.de

Weitere Informationen: Anne Waldeck
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