IHK-Energiewende-Barometer 2015 Hessische Unternehmen vorn bei der Senkung von Strom- und Energiekosten

Unternehmen in Hessen sind im bundesweiten Vergleich deutlich schneller unterwegs, den Anteil der Energie- und Stromkosten am Umsatz zu reduzieren.

10.11.2015: Unternehmen in Hessen sind im bundesweiten Vergleich deutlich schneller unterwegs, den Anteil der Energie- und Stromkosten am Umsatz zu reduzieren. Der Anteil der Energiekosten ist bei den großen Energieverbrauchern (Anteil Energiekosten größer vier Prozent am Umsatz) in Hessen im Jahr 2015 um 9,3 Prozentpunkte gesunken und damit deutlich mehr als im Durchschnitt des Bundesgebiets. Die Unternehmen in allen Bundesländern zusammen kamen auf einen Rückgang des Energiekostenanteils von 2,4 Prozentpunkten. Dies ergab eine Umfrage zum vierten Energiewende-Barometer der IHK-Organisation, an der sich im Juni und Juli 2015 bundesweit insgesamt 2.174 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen beteiligten, davon 238 Betriebe aus Hessen.

 

 

„Getrieben von den stark gestiegenen Energiepreisen ist den Unternehmen ein besonders hohes Engagement bei Energieeffizienzmaßnahmen zu bescheinigen, das auch durch die Hessische Initiative für Energieberatung im Mittelstand (HIEM) unterstützt wird“, sagte Burghard Loewe, Federführer Energie und Umwelt der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern. Unternehmen in Hessen haben offenbar auch eine höhere Akzeptanz für Grünstrom. Die Zahlungsbereitschaft für zertifizierten regionalen/deutschen Grünstrom liegt in Hessen mit 44,5 Prozent um ca. 8 Prozentpunkte deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (35,9 Prozent).

 

 

Bedenklich ist nach Einschätzung von IHK-Federführer Loewe der relativ hohe Anteil von Betrieben, die negative Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit (16,8 Prozent) und sehr negative Auswirkungen (4,7 Prozent) erwarten. „Mehr als kritisch ist insbesondere die Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland zu sehen.“ 1,4 Prozent der Unternehmen in Hessen haben wegen der hohen Energiekosten bereits Verlagerungsmaßnahmen realisiert, weitere 2,0 Prozent sind in der Umsetzungsphase und 4,3 Prozent planen Verlagerungen. „Die Politik muss daher bei den Energiekosten gegensteuern und einen Trend zur Produktionsverlagerung verhindern. Steuern und Abgaben auf Strompreise müssen gesenkt werden.“

 

 

Eine ausführliche Auswertung des Vergleichs Hessen - Deutschland mit insgesamt 42 Fragen finden Sie unter: www.ihk-hessen.de.

Weitere Informationen: Anne Waldeck
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