Reform der Erbschaftsteuer: Vermittlungsausschuss sollte Verschonungskonzept der Bundesregierung beibehalten

Vor dem Hintergrund der heutigen Sitzung des Vermittlungsausschusses zur Erbschaftsteuer plädiert die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) für ein baldiges und gutes Ergebnis. Für die eigentümer- und familiengeführten Unternehmen in Hessen sind beide Punkte von zentraler Bedeutung.

21.09.2016: Vor dem Hintergrund der heutigen Sitzung des Vermittlungsausschusses zur Erbschaftsteuer plädiert die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) für ein baldiges und gutes Ergebnis. Für die eigentümer- und familiengeführten Unternehmen in Hessen sind beide Punkte von zentraler Bedeutung. Dies gilt umso mehr in einer Zeit, in der internationale Krisen und wirtschaftliche wie politische Unsicherheiten in wichtigen Absatzmärkten große Herausforderungen auch für hessische Unternehmen darstellen und zur Zurückhaltung bei Investitionen führen.

 

„Der von der Bundesregierung vorgeschlagene Weg des Verschonungskonzeptes für Betriebsvermögen sollte vom Vermittlungsausschuss weiter verfolgt werden“, betont Dr. Matthias Leder, Federführer Steuern der ARGE. „Auf keinen Fall darf der Gesetzentwurf weiter verschärft werden, so wie es einige Bundesländer fordern. Das würde insbesondere große, familiengeführte Unternehmen treffen, die tausende Menschen beschäftigen. Durch zu hohe Erbschaftsteuerforderungen des Staates kann es zu einem dauerhaften Verlust von Arbeitsplätzen kommen“.

 

Aus Sicht der ARGE sind insbesondere folgende Punkte für ein gutes Ergebnis im Vermittlungsausschuss von zentraler Bedeutung:

 

  • Beibehaltung des Vorab-Abschlages für Familienunternehmen, um pauschal einen Teilausgleich für die seit langem bestehende Überbewertung von Familienunternehmen zu erzielen;
  • Berücksichtigung von Altersversorgungsvermögen als begünstigtes Vermögen, damit der Unternehmer die Schulden aus Verpflichtungen zur Altersvorsorge dauerhaft erfüllen kann und im Ruhestand nicht mittellos dasteht;
  • zinslose Stundung der Erbschaftsteuer über 10 Jahre, um unbillige Härten insbesondere bei plötzlichen Erbfällen zu vermeiden;
  • Beibehaltung einer 10%-Grenze für die Umwidmung von Verwaltungsvermögen in begünstigtes Vermögen, um Unternehmen insbesondere in einer Krisensituation einen Puffer zur Sicherung des begünstigten Vermögens zu gewähren;
  • Absenkung des Kapitalisierungsfaktors beim vereinfachten Ertragswertverfahren, weil das jetzige maßgeblich niedrige Nullzinsniveau Unternehmenswerte künstlich aufbläht.
Weitere Informationen: Anna Küchler
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