Al-Wazir und hessische IHKs auf Werbetour in Asien - Brexit eröffnet neue Chancen

Vor dem Hintergrund der britischen Brexit-Entscheidung rücken asiatische Unternehmen zunehmend in den Fokus hessischer Standortaktivitäten.

28.10.2016: Vor dem Hintergrund der britischen Brexit-Entscheidung rücken asiatische Unternehmen zunehmend in den Fokus hessischer Standortaktivitäten. Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) nutzt die Delegationsreise des Hessischen Wirtschaftsministeriums nach Japan und Korea vom 29. Oktober bis 5. November 2016, um gezielt Top-Entscheider über die Vorteile eines Standortwechsels von Großbritannien nach FrankfurtRheinMain zu informieren. „Der Brexit führt bei den asiatischen Unternehmen, die bisher in Großbritannien angesiedelt sind, zu einem Umdenken und zu einer Prüfung von anderen Standorten in Kontinentaleuropa“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, ARGE-Vorsitzender, vor der Abreise nach Japan und Korea. Dieses Umdenken müsse nun in Richtung Hessen gelenkt werden.

 

In Japan und Korea wird die hessische Wirtschaftsdelegation unter Leitung des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir mit Unternehmern und Wirtschaftspolitikern Gespräche auch über die Veränderungen in Europa mit Blick auf den Brexit führen. Vorgesehen sind Kontakte mit führenden Vertretern von Banken, ebenso wie mit Unternehmensvertretern u. a. von Honda, Nedo, Samsung Electronics und Hyundai Motor. „Bei der Ansprache der asiatischen Unternehmen setzen wir auf bestehende tragfähige Verbindungen auf. Hessen ist bereits eine starke Bastion für asiatische Unternehmen; für koreanische Unternehmen ist FrankfurtRheinMain heute der wichtigste Standort in Europa, und auch die japanische Community ist wieder stärker am Wachsen“, so Prof. Müller. „Die Beziehungen hier vor Ort sind gut, und insofern dient die Reise nach Japan und Korea dem Aufbau bzw. der Intensivierung von Kontakten in die dortigen Konzernzentralen.“

 

Aus Sicht asiatischer Firmen kann Hessen mit besonderen Vorteilen für sich punkten. Dazu zählen etwa die starke Ausprägung von industrieller Forschung und Entwicklung und die Clusterbildung in bestimmten Wirtschaftszweigen wie Pharma, Informationstechnologie und Maschinenbau. Als gleichermaßen wichtig wird die mittelständische Struktur von Zuliefer-Kooperationen angesehen, wodurch - im Gegensatz zu den asiatischen Verbundkonzernen - Innovationen ihren Weg vergleichsweise schnell in Produktion und Produkte finden. Die hohe gewerbliche Qualifikation der Fachkräfte in Deutschland ist ein weiterer Pluspunkt, der aus asiatischer Sicht gerade im Vergleich mit dem Vereinigten Königreich einen Unterschied macht. Und schließlich sprechen für Hessen natürlich der Flughafen Frankfurt als das europäische Verkehrsdrehkreuz sowie die Tatsache, dass sich immer mehr Familien asiatischer Geschäftsleute inzwischen in FrankfurtRheinMain ansiedeln.

 

„Wir hören verstärkt, dass japanische und koreanische Unternehmen grundsätzliche Überlegungen zu ihrer künftigen Investitionsstrategie in Großbritannien anstellen“, so Prof. Müller weiter. Nicht nur die erkennbare Schwäche des Pfund Sterling, die ja eine Abwertung der im Vereinigten Königreich erzielten Unternehmensgewinne bedeutet, sondern vielmehr auch die Hürden, die nach dem Brexit beim Zutritt zum europäischen Binnenmarkt für Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich neu entstehen, werden in Asien äußerst kritisch gesehen.

Aus Sicht asiatischer Unternehmen ist der Nutzen eines Firmenstandortes im Vereinigten Königreich neu zu bewerten. Bei den anstehenden Investitionsentscheidungen geht es auch um den richtigen Zeitpunkt. Solange die Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs noch nicht offiziell eröffnet sind, lassen sich zum Beispiel Unternehmensaktiva ohne steuerliche Bedenken in ein anderes EU-Land transferieren.

Die Vorteile des Standorts Hessen können mithilfe eines klugen und nachhaltigen Marketings mittelfristig in zunehmende Investitionen der asiatischen Firmen umgewandelt werden. Die Unternehmen aus Japan und Korea, die dafür als Zielgruppe in Frage kommen, lassen sich identifizieren. Zusammen mit den anderen Standort-Förderern werden die IHKs ihre Kontakte in die Netzwerke der asiatischen Unternehmen einsetzen, um deren Augenmerk bei den künftig anstehenden Investitionsentscheidungen noch mehr als bisher auf Hessen zu richten.

 

KOREA in Hessen

 

Hessen und insbesondere die Metropolregion FrankfurtRheinMain beheimatet die größte koreanische Business-Community Europas. Viele große koreanische Konzerne haben ihre Deutschland- und Europazentralen hierher verlegt. Von hier aus betreiben sie vor allem die Steuerung ihrer Vertriebs- und Marketingaktivitäten sowie Forschung und Entwicklung. Rund die Hälfte der koreanischen Direktinvestitionen in Deutschland entfallen auf Hessen. Das Rhein-Main-Gebiet ist die mit rund 7.000 Mitgliedern größte koreanische Gemeinde Europas. Rund 70 große koreanische Unternehmen und mehr als 200 kleinere Betriebe haben sich in der Region niedergelassen. Auffallend ist auch das enge soziale Netzwerk: Es gibt Kirchengemeinden, Sportvereine, Frauen- und Jugendgruppen. Eine koreanische Schule soll gebaut werden, sobald ein geeignetes Grundstück gefunden ist. Ein koreanisches Bildungsangebot gibt es im Frankfurter Goethe-Gymnasium, wo etwa 800 Kinder jeden Samstag beschult werden und die heimatliche Kultur, Schrift und Literatur kennenlernen.

 

JAPAN

 

Auch die japanischen Unternehmen haben eine herausragende Präsenz in Hessen. Laut japanischem Generalkonsulat sind etwa 220 japanische Unternehmen im Rhein-Main Gebiet tätig, die meisten davon seit vielen Jahren. Neben der Präsenz japanischer Banken am Finanzplatz Frankfurt  sind vermehrt Unternehmen aus dem Logistik-Bereich, Spiele-Hersteller und Automobilindustrie hier angesiedelt. Frankfurt profitiert von seiner Bedeutung als europäischer Verkehrsknotenpunkt. Viele japanische Unternehmen betreuen von Frankfurt aus ihr Europa- bzw. vor allem auch Osteuropa-Geschäft. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung von Direktflügen nach Japan mit Verbindungen u.a. nach Tokio, Osaka und Nagoya.
Rund 5000 Japaner wohnen in Hessen. Die japanische Infrastruktur ist gut entwickelt; es gibt viele Dienstleister für die spezifischen Bedürfnisse japanischer Bürger. Als Standortfaktoren werden auch die 1985 gegründete japanische Ganztagsschule mit rund 250 Schülern und ein japanischer Kindergarten wertgeschätzt.

Weitere Informationen: Anne Waldeck
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