Gründerreport Hessen 2016: Hohe Beschäftigungsquoten senken Gründerlust

Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern und die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern haben den Gründerreport 2016 vorgelegt.

04.11.2016: Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern und die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern haben den Gründerreport 2016 vorgelegt. Der Report zeigt, dass sich das Gründungsgeschehen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt. Im Vergleich zum Jahr 2010 lässt sich ein Rückgang von über 17.000 Gewerbeanmeldungen auf 63.583 Gewerbeanmeldungen im Jahr 2015 beobachten. Gleichzeitig ist auch ein stetiger Rückgang bei den Gewerbeabmeldungen festzustellen. Die Anzahl an Gewerbeabmeldungen verringert sich im Vergleich zum Jahr 2012 um 7.000 auf 63.139 Gewerbeabmeldungen. Die geringe Gründerlust lässt sich vor allem auf die gute konjunkturelle Lage zurückführen, die hohe Beschäftigungsquoten zur Folge hat und weniger Gründungen aus der Arbeitslosigkeit entstehen lässt.

 

In Hessen konzentriert sich das Gründungsgeschehen vornehmlich auf den südhessischen Raum, der ca. 65 Prozent der Gewerbeanmeldungen umfasst. Die übrigen Anteile verteilen sich gleichermaßen auf die Regionen in Mittel- und Nordhessen. Die Kammerbezirke Frankfurt a.M. (14.250), Darmstadt (11.212) und Kassel (9.055) nehmen dabei die Spitzenposition ein. Setzt man die Anzahl der Gründungen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, so zeigt sich, dass die Kammerbezirke Offenbach, Frankfurt a.M. und Wiesbaden die höchste Gründungsintensität aufweisen.

 

Beliebteste Branchen bei neu gegründeten Unternehmen aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammer sind der Dienstleistungssektor, der Handel sowie die Baubranche. Im Vergleich zum Vorjahr kann lediglich der Dienstleistungssektor bei den Zahlen zulegen. Der Handel und die Baubranche sind hingegen rückläufig. Bei den Betrieben der Handwerkskammer sind die Handwerksgruppen des Ausbaugewerbes, Handwerke für den persönlichen Bedarf sowie persönliche Dienstleistungen führend bei der Branchenwahl.

 

Das Einzelunternehmen ist weiterhin die beliebteste Rechtsform unter den Gründern. Dieses wird mit 77,3 Prozent am häufigsten gewählt. Mit großem Abstand folgt an zweiter Stelle die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (11,2 Prozent), gefolgt von der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (6,3 Prozent).

 

Positiv zeigt sich auch die Wahrnehmung des Serviceangebotes bei den Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern. 16.407 Personen informierten sich 2015 vor ihrer Gründung bei einer hessischen IHK in Form eines Einstiegsgesprächs. Dies entspricht einer Zunahme von über 1.000 Beratungen im Vergleich zum Jahr 2014. Bei der vertiefenden Beratung zeigen sich die Zahlen konstant gegenüber dem Vorjahr. Die Handwerkskammern führten im Jahr 2015 mit 1.308 Personen ein Erstgespräch. 824 Personen nahmen eine vertiefende Beratung durch die Kammern in Anspruch.

 

Neben individuellen Gesprächen wird auch das Angebot an Informationsveranstaltungen bei den IHKs durch Gründungsinteressierte stark genutzt. 6.682 Teilnehmer besuchten im Jahr 2015 eine solche Veranstaltung, was einer Zunahme von 300 Teilnehmern entspricht. Bei den Handwerkskammern stieg die Teilnehmerzahl bei Sprechtagen und Seminaren gegenüber dem Jahr 2014 um 137 Teilnehmer.

 

Den vollständigen Gründerreport finden Sie im Internet unter
www.ihk-hessen.de unter der Rubrik Strukturpolitik sowie unter www.handwerk-hessen.de.

Weitere Informationen: Anne Waldeck
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