Kooperation zwischen Schulen und Betrieben nicht gefährden

Die Novelle des Schulgesetzes stärkt die Berufs- und Studienorientierung an hessischen Schulen, droht aber die bestehenden erfolgreichen Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen zu gefährden.

08.02.2017: Die Novelle des Schulgesetzes stärkt die Berufs- und Studienorientierung an hessischen Schulen, droht aber die bestehenden erfolgreichen Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen zu gefährden. Diese Hinweise geben die hessischen Industrie- und Handelskammern anlässlich der Anhörung zur Novelle des Schulgesetzes im Hessischen Landtag. „Mit Sorge stellen wir fest, dass Sponsoring an Schulen künftig nicht mehr ohne weiteres möglich sein soll. Damit werden die für einen attraktiven Unterricht und die praxisnahe Berufsorientierung dringend notwendigen Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen gefährdet", sagt Kirsten Rowedder, Federführerin der hessischen IHKs in Sachen Schulpolitik.

 

Es gebe in Hessen eine Vielzahl positiver Beispiele, wie Unternehmen Schulen bei der Ausgestaltung einer praxisnahen Berufs- und Studienorientierung unterstützen. Dabei spielt auch die Bereitstellung von Materialien oder finanziellen Mitteln für die Ausstattung eine wichtige Rolle. "Attraktiver Unterricht gerade im Wahlpflichtbereich ist an vielen Schulen erst mithilfe von Unternehmen bereit gestellter Materialien möglich. Dass Schulen künftig ein solches Sponsoring erst genehmigen lassen müssen, halten wir für eine zusätzliche und abschreckende bürokratische Hürde."

 

Die IHKs haben Verständnis für die Haltung der Schulen, dass Werbung für Produkte oder Dienstleistungen außen vor bleiben muss. Allerdings halten die IHKs es für kontraproduktiv, wenn Unternehmen durch die neue Regelung davon abgehalten werden, zum Beispiel für die duale Ausbildung zu werben. „Wer sonst kann Schülerinnen und Schülern ein authentisches Bild von der Arbeits- und Berufswelt vermitteln?“

 

Dem Entwurf zufolge soll die Berufs- und Studienorientierung in hessischen Schulen weiter gestärkt werden. Dies halten die hessischen IHKs angesichts weiterhin hoher Abbruchquoten sowohl in Ausbildung als auch Studium für dringend notwendig. „Hierzu passt das Sponsoringverbot nicht.“

 

Das Vorhaben, die bisherige flächendeckende Schulinspektion durch eine freiwillige Evaluation zu ersetzen, sehen die IHKs als weiteren kritischen Punkt. „Damit nimmt sich die Landesregierung eine Möglichkeit, die Qualität an Schulen weiter auszubauen und bildungspolitisch zu steuern.“

Weitere Informationen: Anne Waldeck
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