Unternehmen sehen Risikofaktor Fachkräftemangel

Die hessische Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Gleichwohl sieht fast die Hälfte der Unternehmen den Fachkräftemangel als zunehmendes Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung. Dies geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Han-delskammern (ARGE) hervor.

07.06.2017: Die hessische Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Gleichwohl sieht fast die Hälfte der Unternehmen den Fachkräftemangel als zunehmendes Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung. Dies geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) hervor.

 

Die 9.000 befragten Unternehmen schätzen sowohl die aktuelle als auch die kommende Geschäftslage besser ein als noch vor einem Jahr. „Der La-den brummt“, sagte der ARGE-Vorsitzende Eberhard Flammer, „die Unter-nehmen haben in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben gemacht.“ Alle Konjunkturindikatoren zeigen nach oben, auch der Investitionsindikator legt seit einem Jahr stetig zu: Im Vergleich zur Umfrage im Frühsommer 2016 erhöht sich der Investitionsindex um deutliche sieben auf zwölf Punkte

 

Zwar würden die Unsicherheiten bezüglich der amerikanischen Außen- und Handelspolitik und die Brexit-Verhandlungen die hessische Wirtschaft auch in den kommenden Monaten beschäftigen, dennoch sorgten die jüngsten pro-europäischen Wahlausgänge in den Niederlanden und Frankreich für vorsichtigen Optimismus.

 

Zum ersten Mal wurde der Fachkräftemangel im Vergleich potenzieller Risikofaktoren am häufigsten genannt: 47 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass dieser Punkt als größtes Risiko für die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten gesehen wird. „Die Unternehmen treffen bei ihrer Nachfrage nach Personal auf leer gekaufte Märkte“, sagte Eberhard Flammer, „hier treten auch Überhitzungserscheinungen zutage, die wir aufmerksam beobachten.“

 

Eine nachlassende Inlandsnachfrage bleibt für 43 Prozent der Unternehmen ein Risiko für die kommenden Monate. Der Wert geht seit einem Jahr langsam, wenngleich stetig, zurück (Frühsommer 2016: 51 Prozent). Nur knapp dahinter folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 42 Prozent. Diese bereiten vor allem dem Kreditgewerbe (91 Prozent) und den Finanzdienstleistern (75 Prozent) Sorgen. Im Wechselkurs sehen durchschnittlich nur sechs Prozent der Betriebe ein Risiko, bei den Ge- und Verbrauchsgüterproduzenten ist es hingegen jedes vierte Unternehmen.

 

Für die Konjunkturumfrage werden dreimal im Jahr 9.000 hessische IHK-Mitgliedsunternehmen befragt. Weitere Ergebnisse, auch aus den einzelnen Branchen, sind im Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft Hessen erläutert. Er steht unter www.ihk-hessen.de/konjunkturbericht zum Download bereit.

Weitere Informationen: Klaus Linke
Pressemeldungen
14.11.2017 Die ARGE zur „Hessenkasse“

„Ja“ zur Entschuldung der hessischen Kommunen von Kassenkrediten, aber kein faktischer Zwang zur weiteren Anhebung der Realsteuerhebesätze.

13.11.2017 Gründerreport 2017 erschienen
Hessen verzeichnet mehr Betriebe

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich auf die Zahl der Unternehmensgründungen in Hessen aus: „Wer heute den Schritt in die Selbständigkeit wagt, tut dies gut vorbereitet und auf der Basis von qualifizierten Chancen“, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE), Eberhard Flammer. Die Zahl der Betriebe, die aus der Not heraus gegründet werden, nimmt hingegen weiter ab. Das ist das Ergebnis des Gründerreports 2017, den die hessischen Industrie- und Handelskammern gemeinsam mit den Handwerkskammern (HWKs) in Hessen aufgestellt haben.

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