Flüchtlingen eine Chance auf Berufsausbildung geben

Angesichts des bevorstehenden Schuljahresendes ruft der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE), Eberhard Flammer, die 400.000 IHK-Unternehmen in Hessen dazu auf, jungen Flüchtlingen eine Chance auf Beschäftigung zu geben.

01.06.2017: Angesichts des bevorstehenden Schuljahresendes ruft der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE), Eberhard Flammer, die 400.000 IHK-Unternehmen in Hessen dazu auf, jungen Flüchtlingen eine Chance auf Beschäftigung zu geben.

 

„Wir erwarten, dass rund 2.200 Absolventen aus den SprachintensivKlassen „INTEA“ an beruflichen Schulen einen Einstieg in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt suchen. Geben wir ihnen eine Chance. Ich bin überzeugt, wir erhalten viel Motivation zurück", appeliert Flammer an die hessische Wirtschaft. Er verweist dabei auf viele gute Beispiele, wie Flüchtlinge gleichzeitig sprachliche Herausforderungen und zentrale Prüfungen, wie den Hauptschulabschluss, an beruflichen Schulen meisterten. Mit dem „DSD I Pro“-Sprachdiplom der beruflichen Schulen, das an über 50 Berufsschulen in Hessen geprüft werde, gebe es nun ein Instrument, mit dem Unternehmen sich die Deutsch-Sprachkenntnisse nachweisen lassen könnten. Interessant sei, dass diese Sprachprüfung sich vor allem um berufsorientierende Inhalte drehe.

 

Flammer erinnerte an die Möglichkeit, als Vorbereitung auf eine Ausbildung ein zehnmonatiges Praktikum zur Einstiegsqualifizierung anzubieten: „Diese können mit Sprachkursen kombiniert werden. Die hessischen IHKs beraten gerne zur Umsetzung dieser Praktika.“

 

Er hoffe, dass mittelfristig damit auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze zum Ausbildungsbeginn zurückgehe. Nach einer ARGEUmfrage blieben im vergangenen Jahr bei jedem vierten Ausbildungsunternehmen Plätze unbesetzt. Derzeit zählt die bundesweite IHKAusbildungsbörse 2.700 inserierende Unternehmen aus Hessen.

 

„Die Beschäftigung und Berufsausbildung von jungen Flüchtlingen kann eines von mehreren Instrumenten für Unternehmen sein, ihren künftigen Fachkräftebedarf zu decken. Mit diesem wichtigen Beitrag zur Integration helfen Unternehmen mit, die Stabilität der Gesellschaft zu erhalten“, verdeutlichte Flammer.

 

Nach der Umfrage unter 550 IHK-Ausbildungsunternehmen in Hessen haben bereits 21 Prozent Flüchtlingen Praktika angeboten. Sieben Prozent der befragten Unternehmen haben Erfahrung mit Flüchtlingen als Auszubildende gesammelt. Weitere 20 Prozent der Unternehmen planen, Flüchtlingen in den kommenden zwei Jahren eine Berufsausbildung anzubieten.

Weitere Informationen: Klaus Linke
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09.05.2018 HIHK-Positionspapier veröffentlicht- Wirtschaft braucht Fläche

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