HIHK-Positionspapier veröffentlicht- Wirtschaft braucht Fläche

„Die öffentliche Debatte zur Nutzung und Inanspruchnahme von Flächen wird in Hessen aktuell leidenschaftlich und hoch emotional geführt“, sagte der Prä-sident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), Eberhard Flammer, bei der Veröffentlichung des HIHK-Positionspapiers „Wirtschaft braucht Fläche“.

Oftmals würden Gewerbe- und Industrieunternehmen als „Flächenverschwender“ dargestellt: „Das ist nicht hinnehmbar“, betonte Eberhard Flammer. Umso wichtiger sei es, dass die Flächenplanungen auf allen Ebenen (Land, Region, Kommune) einer Gesamtstrategie zur Entwicklung von Wohnen und Gewerbe folgen. Dabei gelte es, auch die Potenziale zur Innenentwicklung zu nutzen. „Um zu verhindern, dass Invesitionen zurückgestellt werden oder Firmen ihren Betrieb verlagern, müssen für Unternehmen ausreichend Flächen am richtigen Standort mit den passenden Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen“, bekräftigte der HIHK-Präsident.

 

Die Ausweisung von Gewerbeflächen werde grundsätzlich mit einem Verlust von Flächen für Landwirtschaft und Natur gleichgestellt. Dabei sind von den rund 2,1 Millionen Hektar Gesamtfläche des Landes Hessen etwa 83 Prozent Freiflächen wie Wald und Äcker. Der Anteil der Gewerbe- und Industrieflächen beträgt lediglich 1,6 Prozent der Landesfläche. Im Vergleich dazu nehmen Wohnflächen 4,3 Prozent in Anspruch. Eine „Flächenverschwendung“ durch Gewerbe und Industrie sei mit diesen Zahlen nicht zu belegen.

 

Das von der Landesregierung angestrebte Ziel, die Flächeninanspruchnahme zu begrenzen, sei nachvollziehbar: „Nur durch einen effizienten Umgang mit der Ressource Fläche kann die unverzichtbare Grundlage für Natur, Wohnraum und wirtschaftliche Aktivitäten weiterhin erhalten bleiben“, sagte Eberhard Flammer, „dabei ist aber zwingend darauf zu achten, dass sich die Debatte um die Qualitäten von Flächen dreht und nicht pauschal die Inanspruchnahme von Siedlungs- und Verkehrsfläche mit Restriktionen belegt wird. Siedlungs- und Verkehrsfläche ist nicht gleichzusetzten mit versiegelter Fläche“, verdeutlichte der HIHK-Präsident.

 

Die Zuwanderung, zum Beispiel in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, verschärfe den Druck auf die Verfügbarkeit von Flächen. Das Thema Wohnen rücke aktuell in der Debatte um Flächennutzung in den Fokus. Flammer: „Für Unternehmen ist eine angemessene Wohnraumversorgung, im Zuge der Fachkräftesicherung, von großer Bedeutung. Der Flächenbedarf für Gewerbe und Industrie darf dabei nicht in den Hintergrund rücken, sondern muss gleichberechtigt gesehen werden.“

 

Der HIHK hat ein Positionspapier erarbeitet, das Fakten in Bezug auf Gewerbe- und Industrieflächen detailliert herausarbeitet und einem sachlichen Dialog dienen soll. Das HIHK-Positionspapier „Wirtschaft braucht Fläche“ finden Sie unter www.ihk-hessen.de/positionen/

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